Vertikale Landwirtschaft: Obst und Gemüse über den Wolken?

Die Landwirtschaft steht vor einem großen Dilemma. Die Weltbevölkerung wächst stetig und Ackerfelder werden immer weniger. Auch enge Ballungsräume und Platzmangel in der Stadt motivieren die Menschen zum Überdenken neuer Strategien für die Zukunft. Das zukunftsfähige Konzept „Vertical Farming“ bekommt immer mehr Betrachtung. Auf Deutsch bedeutet es vertikale Landwirtschaft. Darunter wird die vertikale Anpflanzung von Nutzpflanzen an Vorrichtungen oder Hausfassaden verstanden.

Image by BrightAgrotech from Pixabay

Mit weniger Platzbedarf kann mehr Ertrag erzielt werden. Vertikale Landwirtschaft bringt viele Vorteile mit sich. Unter anderem entfallen lange Transportwege oder Kühlungen. Hier werden nicht zusätzlich Lebensmittel weggeworfen, die durch den Transport beschädigt wurden.

Der Flüssigkeitsbedarf dieser Anbauverfahren ist geringer, da das Wasser im Kreislaufsystem nicht versickert oder verdunstet. Zudem können diese mit intelligenten Computersystemen gedüngt und gewässert werden. 

Außerdem kann das ganze Jahr über geerntet werden und exotisches Obst und Gemüse ist regional verfügbar. 

Beispiel-Projekte:

Bayer AG und Investment-Firma Temasek aus Singapur haben ein Start-up „Unfold“ für vertikale Landwirtschaft gegründet. 30 Millionen US-Doller sollen in dieses Projekt fließen.

Deutschland beschäftigt sich auch mit der vertikalen Landwirtschaft. Zurzeit arbeiten die Architekten Agnieszka Preibisz und Peter Sandhaus an dem Konzept „Grüne 8“. Geplant ist dieses Projekt direkt am Alexanderplatz und stellt ein Gebäude dar, die versucht urbanes Wohnen, Nachhaltigkeit und ein Leben in Harmonienatur mit der Natur zu kombinieren. Naturräume und urbane Grünräume können die psychische, physische sowie soziale Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen positiv beeinflussen (Claßen, 2018)

Quellen:

BNP Paribas Real Estate Holding GmbH (2019): „Urban Farming: Landwirtschaft in der Stadt und auf dem Dach“, unter https://www.realestate.bnpparibas.de/blog/trends/urban-farming(abgerufen am 07.02.2021)

Holy, Mona (2020): „Stapelweise Grün: Wie Vertical Farms die Landwirtschaft verändern“, unter: https://utopia.de/stapelweise-gruen-wie-vertical-farms-die-landwirtschaft-veraendern-128321/(abgerufen am: 07.02.2021)

Lenfers, Christina (2020): „Bayer gründet Start-Up für vertikale Landwirtschaft”, unter: https://www.topagrar.com/acker/news/bayer-gruendet-start-up-fuer-vertikale-landwirtschaft-12136194.html(abgerufen am: 07.02.2021)

Roland (2013): „Vertical Farming: Urbane Landwirtschaft im Wolkenkratzer“, unter: http://agrarbetrieb.com/vertical-farming-urbane-landwirtschaft-im-wolkenkratzer/(abgerufen am: 07.02.2021)

Rubina Real Estate GmbH: „Farmscraper – Zukunftstechnologie der vertikalen Landwirtschaft“, unter: https://www.rubinarealestate.com/de/berlin/farmscraper-zukunftstechnologie-der-vertikalen-landwirtschaft/(abgerufen am: 07.02.2021)

Bruck, Bernard (2013): „Projekt Green8 – vertikale Gartenstadt am Alexanderplatz“, unter: https://hauptstadtstudio.com/2013/11/19/projekt-green8-vertikale-gartenstadt-am-alex/(abgerufen am: 07.02.2021)

Claßen, T., Bunz, M. Einfluss von Naturräumen auf die Gesundheit – Evidenzlage und Konsequenzen für Wissenschaft und Praxis. Bundesgesundheitsbl 61, 720–728 (2018). https://doi.org/10.1007/s00103-018-2744-9

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